Was hat die EU Österreich gebracht?
Österreich hat - und das auf mehreren Ebenen.
Seit dem EU-Beitritt ist das Niveau des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 9,7 Prozent gestiegen. Rund 13.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden in Österreich jährlich. Die ausländischen Direktinvestitionen legten um das Dreifache zu. Der Export konnte von 33 Milliarden Euro im Jahr 1995 auf 85 Milliarden Euro in 2011 mehr als verdoppelt werden.
Österreich profitierte auch von der Ostöffnung im Jahr 1989, sie steigerte das reale BIP zusätzlich um rund 3,6 Prozent. Auch dadurch wurden rund 77.000 Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt haben Ostöffnung und EU-Mitgliedschaft in Österreich also ein jährliches Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent bewirkt und rund 375.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
In Summe liegt die Alpenrepublik bei Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Bruttoinlandsprodukt pro Kopf über dem Durchschnitt der Euro-Länder.
Sehr dynamisch entwickelten sich die Handelsbeziehungen mit den zehn neuen EU-Staaten der Erweiterungsrunde von 2004. Lag der österreichische Außenhandel mit den mittel- und osteuropäischen Ländern 1980 noch bei 10 Prozent des gesamten Exportvolumens, so stieg dieser Anteil 2011 auf etwa 16 Prozent.
Ähnliches gilt für den Außenhandel mit den beiden jüngsten EU-Mitgliedern Rumänien und Bulgarien. Nach Rumänien haben sich die österreichischen Exporte seit 1995 fast verachtfacht. Nach Bulgarien stiegen die Ausfuhren im selben Zeitraum um 23,6 Prozent. In beiden Ländern ist Österreich größter Auslandsinvestor. Die heimischen Unternehmen verdienen jeden siebenten Export-Euro in diesen Ländern. Die EU-Erweiterung hat somit auch positive Auswirkungen auf das österreichische Wirtschaftswachstum: Prognosen zufolge wird das österreichische BIP jährlich um 0,15 Prozent stärker wachsen als dies in der EU-15 der Fall gewesen wäre.
Auch der 2013 bevorstehende EU-Beitritt Kroatiens ist ein weiterer wichtiger Integrationsschritt für Europa, von dem Österreich besonders profitieren wird. Immerhin wurden bis 2010 rund ein Drittel aller Auslandsinvestitionen Österreichs in Kroatien getätigt, sodass Österreich dort größter ausländischer Investor ist – noch vor den Niederlanden und Deutschland.